Auch 25 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer strukturiert der ehemalige Grenzverlauf weiterhin die Praktiken und Imaginative der Menschen vor Ort. Der Artikel untersucht anhand von zwei Mikrostudien aus dem Stadtteil Prenzlauer Berg, wie die Erfahrung der Teilung aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportiert wird. Er verwendet hierfür das Konzept der "Phantomgrenzen", das es erlaubt, die Art und Weise neu zu denken, in der längst vergangene historische Erfahrungen noch heute im städtischen Raum fortwirken. Die Zeichen der "Phantomgrenze" sind manchmal schwer erkennbar; an einigen Orten verschwinden sie ganz, und man kann kaum sagen, ob sich die eine oder andere Straße in Ost oder West befunden hat. An anderen Orten wiederum sind si...